Der Rheinländer ist ja an sich eher meist eher der Typ Biertrinker. Klar, schließlich machen die Kölner auch das beste Bier der Welt. Ich persönlich trinke aber lieber Wein. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass ich für den Online Weinversand Weine.de ein paar Weine testen durfte.
In dem gut sortierten Onlineshop findet ihr Weine aus deutscher Herstellung für jeden Geschmack. Über das Menü lässt sich das Sortiment nach diversen Kriterien filtern, zum Beispiel nach Rebsorten, Regionen oder dem Preis. Oder ihr lasst euch einen Wein zu einem bestimmten Gericht empfehlen – äußerst praktisch, wenn man davon nicht so die große Ahnung hat!

Für eine richtige Weinprobe braucht man natürlich – neben dem Wein – noch eines: Experten. Für den Test habe ich mir daher meine Eltern zur Hilfe geholt. Die sind echte Weinkenner – für die Auswahl der zu testenden Weine waren sie deshalb auch mitspracheberechtigt. Die Wahl fiel auf einen St. Laurent (rot), einen Chardonnay (weiß) und einen Rosé.
Versendet wurden die Flaschen in einem stabilen Spezialkarton, dementsprechend kamen sie sicher und heile bei uns an. Zusätzlich war der Karton gekenntzeichnet als zerbrechlicher Inhalt. Der Versand kostet bei Weine.de 5,90 €, ab 12 Flaschen wird kostenlos versendet – Sammelbestellungen lohnen sich also! Der Onlineshop wirbt außerdem mit schnellem Versand – binnen 24 Stunden geht jedes Paket auf die Reise. Entsprechend trafen meine Weine wirklich blitzschnell bei mir an – top!

Vor der Verkostung: Rosé und Weißwein sind ordnungsgemäß kaltgestellt. Damit sie es auch bleiben, erhielten sie nach dem Öffnen eine Kühlmanschette – nur für das Foto durften sie sie kurz ablegen. St. Laurent und Chardonnay sind verkorkt, der Rosé hat einen Schraubverschluss. Dies ist übrigens, entgegen nach wie vor weit verbreiteter Vorurteile, nicht zwangsläufig ein Zeichen für mangelnde Qualität – im Gegenteil: Manche Winzer schwören mittlerweile auf Schraubverschlüsse, und auch Korken haben Nachteile – einen davon werdet ihr gleich noch sehen.

Ulrich Burchards leitet das Weingut Neus das 1881 von seinem Urgroßvater Josef Neus Senior gegründet wurde. Auf 13 Hektar Rebfläche werden zu über 80% Rotweine angebaut. Das Weingut Neus ist auf Spätburgunder spezialisiert, der auf 70% der Flächen der Lagen Sonnenberg, Pares, Horn, Burgberg und Rheinhöhe angepflanzt ist.

Der Rotwein wird als erstes geöffnet, da er vor dem Trinken eine Weile Luftkontakt haben sollte. Dies verbessert den Geschmack. Dafür muss man ihn allerdings erstmal aufbekommen – was sich in diesem Fall als ziemlich problematisch erwies! Der verwendete Korken war ganz offensichtlich von keiner sonderlichen guten Qualität – er zerbrach beim ersten Versuch ihn herauszuziehen. Die verbleibenden Korkenstücke haben wir mit einiger Mühe dann noch aus der Flasche bekommen. Das ist ziemlich ärgerlich, nicht zuletzt da durch zerbrochene Korken kleine Korkstückchen in den Wein gelangen können.
Rotwein serviert man stilgerecht in eine Karaffe; das hat den Vorteil dass er noch ein wenig auslüftet. Im Gegensatz zu landläufigen Meinung ist das übrigens kein Dekantieren; Dekantieren bezeichnet die Trennung des Weins vom Bodensatz. Die Belüftung von Rotwein, die zur geschmacklichen Verbesserung beitragen kann, nennt sich Karaffieren. Mehr dazu könnt ihr bei Interesse auf Wikipedia nachlesen. Positiver Nebeneffekt: In der Karaffe sieht man auch, ob sich Korkenstückchen im Wein befinden. Dies war aber zum Glück nicht der Fall.

Der St. Laurent vom Weingut Neus entfaltet beim Riechtest Geruchsnoten von Schokolade, Mokka und Bordeaux; geschmacklich erinnert er an schwarze Johannisbeere und Kirsche und hat merkbar Tanin. Das verträgt übrigens nicht jeder – wer beim Genuss von Rotwein schon nach ein bis zwei Gläsern einen dicken Kater hat, sollte daher von Rotwein besser die Finger die lassen. Das weist nämlich eventuell auf eine Tanin-Unverträglichkeit hin.
Fazit: Trotzt mangelhaftem Korken schmeckt der St. Laurent sehr gut, ist ein angenehm vollmundiger Wein und ein guter Essensbegleiter. Für Genießer von trockenem Rotwein ist er die richtige Wahl und mit einem Preis von 6,79 € für 0,75 l auch erschwinglich.

Der Chardonnay kommt ebenfalls vom Weingut Neus aus Rheinhessen. Auch das Jahr ist das gleiche, was uns vor dem Öffnen zu Mutmaßungen veranlasste, ob wohl der Korken… aber seht selbst. ^^ Offensichtlich ist das Jahr 2009 kein gutes Jahr für Korken gewesen – zumindest nicht bei Neus.
Dem Geschmack tat dies aber auch beim Chardonnay keinen Abbruch: Der Ingelheimer ist ein leicht süßlicher, angenehm frischer Weißwein, der mit wenig Säure und fruchtigem Duft daherkommt. Obwohl als trocken angegeben, schmeckt er eigentlich eher feinherb.
Fazit: Weißwein, insbesondere Chardonnay, ist ja ohnehin mein Favorit – dieser hier ist aber mal richtig lecker! Passt zu allen möglichen Hauptgerichten, wie im Shop angegeben also ein echter Allrounder – und auch der richtige Wein für alle, die eher nicht so trockene Weine bevorzugen. Mit 9,40 € für 0,75 l ist er ein wenig teurer als der Rotwein, für einen richtig guten Wein aber immer noch günstig. Und er ist mein persönlicher Testsieger dieser Weinprobe – Kauftipp!
Seit acht Generationen widmet sich die Familie Abril dem Anbau hochwertiger Weine von höchster Bekömmlichkeit und individueller Qualität. Mit der Umstellung auf eine ökologische Bewirtschaftung nach den strengen Regeln des ECOVIN-Bundesverbandes im Jahr 2009 setzt das 1740 gegründete Weingut den Weg des nachhaltigen und naturnahen Weinbaus konsequent fort. Zahlreiche nationale wie internationale Auszeichnungen bestätigen den hohen Standard der Weinerzeugnisse. Grundlage dafür bildet die Natur: zum milden Klima kommt ein vulkanisch geprägter, besonders wertvoller Lössboden, der ideale Eigenschaften für das Heranreifen der klassischen Rebsorten Spätburgunder sowie Grau- und Weißburgunder liefert.

Zu guter Letzt haben wir noch einen Rosé ausgesucht, einen Spätburgunder Kabinett trocken vom Weingut Abril. Die Besonderheit an diesem Wein ist, dass er ein Biowein ist – aus kontrolliert ökologischem Anbau. Dabei wird unter anderem auch auf Behandlungsmittel aus tierischen Produkten verzichtet – der Wein ist daher vegan. (Rechts seht ihr übrigens nicht den Rosé, sondern den Chardonnay. ;) )
Geschmacklich ist der Rosé ein angenehm leichter, frischer Wein, er duftet leicht blumig – strittig war dabei, ob es mehr Rosen- oder Veilchenduft ist. (Im Shop sind für diesen Wein übrigens nur fruchtige Aromen aufgeführt, interessanterweise wurde er jedoch in unserem Test von 3/3 Testpersonen eindeutig als blumig wahrgenommen. ^^) Unmittelbar nach dem Öffnen hatte er außerdem eine ganz leicht bittere Note, welche jedoch relativ schnell verflog.
Fazit: Auch der Rosé ist ein guter Griff und eignet sich als Begleitwein zum Essen und wird auch Gelegenheits-Weintrinkern gut schmecken. Ein unkomplizierter Tropfen, bei dem man nichts falsch machen kann – übrigens auch nicht mit dem Korken, er hat nämlich keinen. Einziges “Manko”: Auf der Flasche ist nirgends zu erkennen, dass es sich um einen Spätburgunder handelt. Dies ist nur im Shop angegeben – auf dem Etikett findet sich keine Rebsorte! Der Preis ist mit 6,40 für 0,75 l ebenfalls gut.
~ ~ ~
~ ~ ~
Das war sie nun, unsere Weinprobe! Richtig Spaß hat sie gemacht, vielen Dank an Weine.de für die Möglichkeit, den Shop und die Weine zu testen!
Wenn ihr auch gerne ab und zu ein Gläschen Wein genießt, dann schaut doch ruhig mal im Shop vorbei – sicher ist auch für euch ein passender dabei.
Alkohol ist erst ab 18 Jahren erlaubt! Achtet auf einen verantwortungsvollen Genuss alkoholischer Getränke; hoher Alkoholkonsum kann gesundheitliche Schäden zur Folge haben. Das Auto sollte nach dem Trinken stehenbleiben – alkoholisierte Autofahrer gefährden ihr eigenes Leben und das ihrer Mitmenschen!